Heilpädagogin/Heilpädagoge

Bildungsziel und Bildungsinhalte

Ziel der Ausbildung ist es, Heilpädagoginnen und Heilpädagogen zu befähigen, Menschen mit einer Beeinträchtigung in jeder Altersstufe durch individuelle Hilfsangebote in ihrer Entwicklung, Selbständigkeit und Partizipation zu unterstützen. Sie sollen dabei die bedeutsamen sozialen und soziokulturellen Bezugssysteme berücksichtigen und beeinflussen, um Teilhabe zu verwirklichen. Heilpädagoginnen und Heilpädagogen müssenden Entwicklungsstand, Stärken und Schwächen, Auffälligkeiten oder Behinderungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf dem Hintergrund grundlegender Konzepte menschlicher Entwicklung und biografischer Erfahrung erkennen und verstehen.

Arbeitsfelder

Heilpädagogisches Handeln ist grundsätzlich auf die Verwirklichung von Inklusion ausgerichtet und hat die Steigerung der Selbstbestimmung und sozialen Teilhabe zum Ziel. Es erfolgt interdisziplinär in sozialpädagogischen, psychosozialen und medizinisch-rehabilitativen Tätigkeitsfeldern. Zum Beispiel: Frühgeborenenstationen, Familien entlastende Dienste, Frühförderungsstellen, sozialpädiatrische Einrichtungen, sozial- und heilpädagogische Familienhilfe, schulvorbereitende Maßnahmen, Kindertageseinrichtungen und Horte, Schulen, Förderzentren, Erziehungs-, Familien- und Schulberatungsstellen, freie Praxen, Einrichtungen der Jugendhilfe, Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke, ambulante Maßnahmen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, stationäre und teilstationäre Wohneinrichtungen, heilpädagogische Einzelmaßnahmen.  

Die Stundentafel umfasst folgende Bereiche

  • Theorien heilpädagogischen Handelns
    Enthält Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Psychologie, Soziologie, Medizin
  • Praxis heilpädagogischen Handelns
    Enthält Methodik der heilpädagogischen Praxis, angeleitete heilpädagogische Praxis
  • Heilpädagogische Handlungskonzepte
    Enthält Bewegungserziehung/Psychomotorik, Spiel, Gestalten/Werken, Rhythmik, heilpädagogische Übungsbehandlung
  • Organisation, Recht und Verwaltung

Unterricht

Der Unterricht umfasst 14 – 16 Stunden und findet am Montag, Mittwoch und Donnerstag im Zeitraum von 15.00 bis 20.00 Uhr statt. Wochenendseminare von Freitag bis Samstag ergänzen den Unterricht. Eine Blockwoche à 40 Stunden (kann als Bildungs­urlaub anerkannt werden) ist Teil der Ausbildung.
Die fachpraktische Ausbildung findet in sozialpädago­gischen Einrichtungen statt. Es sind mindestens 6 Stunden Praxis pro Woche nachzuweisen.

Dauer und Abschluss

Der Bildungsgang dauert 2 Jahre. Nach bestandener Abschlussprüfung erfolgt die Zuerkennung der Berufsbezeichnung

„Staatlich anerkannte Heilpädagogin“/
„Staatlich anerkannter Heilpädagoge”.

Aufnahmevoraussetzungen

Schulische Voraussetzung ist der mittlere Schulabschluss (Realschulabschluss). Berufliche Aufnahmevoraussetzung ist der Abschluss der Fachschule, Fachrichtung Sonderpädagogik oder Sozialpädagogik oder eine für die Zielsetzung der Fachrichtung als gleichwertig anerkannte Qualifikation und jeweils eine mindestens einjährige, für die Zielsetzung der Fachrichtung förderliche Berufstätigkeit.

Weiterhin ist ein erweitertes Führungszeugnis (nicht älter als 3 Monate) nach Zusage eines Ausbildungsplatzes erforderlich.

Wurde der Abschluss im Ausland erworben, ist der Nachweis deutscher Sprachkenntnisse auf dem Niveau B 2 nach dem „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen lehren, lernen, beurteilen“ vorzulegen. Der gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen ist einsehbar im Internet unter www.goethe.de/z/50/commeuro/deindex.htm

Kosten und Förderung

Es besteht Schulgeldfreiheit. Lernmittel werden im Rahmen der geltenden Bestimmungen zur Verfügung gestellt. Für einige Unterrichtsfächer entstehen regelmäßig Kosten, die nur teilweise vom Schulträger getragen werden. Es wird ein Kopiergeld von 10 Euro pro Schuljahr erhoben. Ausgaben für Schulwanderfahrten sind von den Schülerinnen und Schülern zu tragen. Über eine mögliche Förderung informieren die Ämter für Ausbildungsförderung.
Absolventinnen/Absolventen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, können bei ihrem Arbeitgeber die Blockwoche als Bildungsurlaub beantragen. 

Anmeldung

Anmeldungen für das Schuljahr sind jeweils im Februar einzureichen, und zwar 

  • Aufnahmeantrag der Schule
  • Vollständiger Lebenslauf und Lichtbild
  • Kopien der geforderten Zeugnisse
  • Angaben zum letzten beruflichen Abschluss
  • Angaben zum Abschlussjahr
  • Angaben zur Berufstätigkeit: Art und Dauer
  • Gegebenenfalls Angaben zu Praktika: Art und ­Dauer
  • Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
    (nicht älter als 3 Monate) ist nach Zusage eines Ausbildungsplatzes erforderlich
  • Gegebenenfalls Nachweis deutscher Sprachkenntnisse Niveau B 2

Falls die Zahl der Bewerbungen höher ist als die Anzahl der Schulplätze, wird ein Auswahl­verfahren durchgeführt.