Nantes zu Besuch in Kiel

Nachdem die Gruppe am Flughafen einen kurzen aber herzlichen Empfang genießen konnte, ging es zur Unterkunft in die Jugendherberge nach Kiel. Hier bekam die Gruppe die wichtigsten Informationen für ihren Aufenthalt und einen Überblick über das, was in den kommenden Tagen an Terminen, Ausflügen etc. anstehen würde. Es dauerte nicht lange, da machten sich die französischen Schüler auf den Weg Kiel auf eigene Faust zu erkunden.
Am nächsten Morgen gab es für unsere Ankömmlinge eine offizielle Begrüßung in unserer Schule. Anschließend begaben wir uns mit unseren französischen Freunden zu einer ausgiebigen Kieler Stadtführung. Nun folgte ein einwöchiger Tandemsprachkurs zusammen mit unseren Schülern, welche im vergangenen Herbst die Reise nach Nantes angetreten hatten.
In dieser Woche fanden zudem bereits die Vorstellungsgespräche mit den Schülern in den jeweiligen Ausbildungsbetrieben statt, wo mit ihnen und den Betrieben die Rahmenbedingungen besprochen wurden, da bereits am folgenden Sonntag der erste Arbeitstag beginnen sollte.
Im Zuge dessen möchten wir den kooperativen Ausbildungsbetrieben herzlichst für die intensive Betreuung der französischen Schüler und mit dem damit verbundenen Vertrauen in unsere Schule danken.
Die Schüler mit gastronomischer Ausbildung wurden im Hotel Birke, Kieler Yachtclub, Drahtenhof, Steigenberger Conti Hansa, Kieler Kaufmann und im Maritim untergebracht und die Schüler aus dem Einzelhandel bei Hugendubel im Sophienhof sowie im Restez à table.

Nachdem die Schüler den Tandemsprachkurs beendet hatten, folgte am Samstag der erste Ausflug. Um den Franzosen die norddeutschen Besonderheiten und Kulturen näher bringen zu können, fuhren wir nach Lübeck, um ihnen diese besondere Stadt mit all den bekannten Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Ein Besuch bei Niederegger sowie ein ausgiebiger Stadtbummel bei Sonnenschein rundeten den Tag perfekt ab.
Ab dem Abend blickten die Schüler voller Neugierde auf den am nächsten Tag bevorstehenden „ersten Arbeitstag“. Durchweg waren die Schüler mit ihren Betrieben sehr zufrieden und somit bekam der erste Arbeitstag den Stempel „Super“.
Die Betriebe versuchten, die Schüler, mit dem gastronomischen Hintergrund, in möglichst viele verschiedene Bereiche einzusetzen. So kam es vor, dass einige im Servicebereich ihre Erfahrung sammelten und andere in den Alltag der Küche mit eingebunden wurden.
Da schon bald das Bergfest des Austausches näher kam und somit die französischen Lehrkräfte wechselten, unternahmen wir noch einen Ausflug und fuhren an die Nordsee nach Husum und Nordstrand. Dort ließen wir es uns nach bereits 1,5 intensiven, aber auch für die Schüler anstrengende, Wochen mit Fischbrötchen, Friesentorte und Pharisäer gutgehen.
Die Hälfte war nun geschafft und so reisten Fabienne Raguenault und Laurent Bouillé leider schweren Herzens ab, jedoch freuten wir uns nun darauf, Xavier Cherbonnel und Frédéric Trasbot begrüßen zu dürfen. Mittlerweile kehrte bei den französischen Schülern zunehmend so etwas wie Routine ein. In der zweiten Hälfte des Austausches folgte ein weiterer Ausflug mit allen Schülern zum Hof Steffens in der Probstei. Ein Hof mit einer langen Tradition, wo noch selbst geschlachtet, geräuchert und traditionelle Wurst hergestellt wird. Unsere Schüler durften direkt selbst nach bewährter handwerklicher Tradition holsteinische Fleisch- und Wurstspezialitäten herstellen und natürlich auch verköstigen.
Ein weiterer Anlaufpunkt an diesem Tag war der Straußenhof Marten in Hardenbek Nähe Neumünster. Es ist ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb mit dem Schwerpunkt der Milchproduktion. Allerdings hat der Hof ein zweites Standbein mit der Straußenhaltung begonnen. Sechs Zuchttiere seien der Anfang gewesen, wobei es heute bereits 40 Straußentiere sind. Die Tiere werden zu einem Schlachter in der Nähe gebracht, wo aus ihrem Fleisch Straußenfilet, Straußensteak, Braten, Gulasch und Bratwurst hergestellt wird.
Immer wenn die Zeit es zuließ, erfolgten kleine individuelle Ausflüge. Anlaufpunkte hier waren zum Beispiel das Hamburger Rathaus, der alte Elbtunnel, die Hafenstadt Hamburg, die Schleuse, der Leuchtturm in Holtenau und nicht zu vergessen das Café Schokodeern in Kiel, welches ein sehr beliebter Ort, mit seinen klassischen deutschen Torten, war.
Ein weiteres, wenn nicht sogar das größte Highlight, war die Teilnahme am Goût de France in der letzten Austauschwoche. Ein weltweites Event mit dem Ziel, die französische Kochkunst mitsamt ihrer Lebensfreude und Leichtigkeit zu zelebrieren, um somit für das Reiseland Frankreich zu werben. Somit kochte unser Fachlehrer Marcus Kieper mit eingeflogenen französischen und regionalen Küchenchefs sowie mit unseren deutschen und französischen Auszubildenden ein 5-Gang-Menü für 36 geladene Gäste. Dabei legten sie besonders großen Wert darauf, regionale Produkte mit der französischen Kochkunst zu verbinden. Das ganze Event wurde zu einem vollen Erfolg und alle Auszubildenden im Bereich der Küche sowie im Service konnten an diesem Tag ihre fachlichen Kompetenzen unter Beweis stellen und erweitern.
Zum Ende der dritten Woche folgten noch die Abschlussgespräche mit den teilgenommenen Betrieben zur Auswertung der Praktika. Auch hier war es wieder interessant zu erfahren, wie schnell es die französischen Schüler schafften, sich in den deutschen Berufsalltag zu integrieren. Am letzten gemeinsamen Tag, dem Donnerstag, konnten wir die erfolgreiche Zeit noch einmal Revue passieren lassen und haben diese dann mit einer Abschlussfeier in der Jugendherberge hochleben lassen.
Denn bereits am nächsten Morgen war es an der Zeit „Au revoir“ zu sagen. Wir blickten auf drei aufregende und ereignisreiche Wochen voll mit spannenden Erlebnissen, tollen Gesprächen und fachlichem Erfahrungsaustausch zurück.
Wir können immer wieder nur betonen wie gerne wir mit der Nantaiser Schule zusammenarbeiten, da die Mischung aus Herzlichkeit, Wertschätzung und das voneinander Lernen diesen Austausch so wertvoll werden lassen.

 Auf viele weitere gemeinsame Jahre Nantes-Kiel!

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